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09. April : Nosy Be / Madagaskar

09
Apr., 2025

Wir liegen vor Madagaskar …. und schon wieder schwirrt ein Lied durch mein Hirn ….

Zum Glück ohne Pest an Bord!

Der Ausblick auf ganz viele grüne Inseln ist beeindruckend wie immer, während wir darauf warten, zu unserem Tenderboot gehen zu können.

Und doch ist heute etwas anders. Denn wir hören von draußen Rufe. Von unserem Balkon aus sehen wir dann einzelne Boote in eher sehr fragwürdigem Zustand, auf denen Einzelne oder auch kleine Gruppen um verschiedene Kleidungsstücke wie Schuhe, Hosen, T-Shirts , aber vor allem auch um Geld betteln.

Der einzelne Mann im Boot rudert dann hektisch nach den Tüten, die ihm von den verschiedenen Decks zugeworfen werden und muss zwischendurch dann aber auch immer wieder das Wasser aus seinem Boot schöpfen, das vermutlich so einige Lecks hat.

Die ganze Aktion erscheint nicht ganz ungefährlich, denn MSC will in der Zwischenzeit auch seine Tenderboote herunterlassen, um die Passagiere an Land zu bringen. Das Szenario wirkt ziemlich deprimierend auf mich und ich fühle mich doch irgendwie aus meiner Urlaubsidylle herausgerissen.

Die kleinen Manöver führen zu ordentlichen Verzögerungen, so dass das Theater heute proppenvoll mit wartenden Ausflüglern ist.

Urspünglich hatten wir für heute einen weiteren Schnorchelausflug vorgesehen, diesen dann aber aufgrund meiner zahlreichen Schnitte insbesondere an den Füßen in einen Ausflug in den Lemurenpark umgebucht. Leider komme ich aber immer noch in keinen halbswegs vernünftigen Schuh und Badelatschen sind heute keine Option.

Daher werde ich an Bord bleiben, damit die Füße bis Südafrika wirklich abheilen können!

Für Detlef geht es dann irgendwann los und mehrere Kleinbusse fahren in den Lemurenpark. Leider sind die Fahrzeuge nicht für Mitteleuropäer gebaut und es gibt im Bus kleinere Reibereien wegen der Platzsituation. Nicht auszudenken, wie ich da auch noch hätte reinpassen sollen. Der einheimische deutschsprachige Guide hat ohnehin schon die ganze Zeit gestanden.

Auf dem Weg zu den Lemuren finden sich an den Straßenrändern immer wieder kleine, sehr fragil wirkende Stände, an denen die Menschen ihr Hab und Gut verkaufen wollen.

Und dann folgt der schöne Teil des Tages : Der Lemurenpark

Einige Passagiere haben vom Schiff aus Bananen mitgebracht, die sie an die Lemuren verfüttern. Es gibt übrigens bis zu 150 verschiedene Arten von Lemuren.

Aber nicht nur Lemuren finden sich im Park. Auch Wasser- und Landschildkröten, die laut Guide bis zu 250 Jahre werden können.

Napoleon hier unten soll 210 Jahre alt sein. Dafür sieht er doch noch recht fit aus, oder?

Ausserdem gibt es Schlangen und Krokodile :

Besonders schwer zu entdecken sind die faszinierenden Chamäleons – was in der Natur der Sache liegt und mein Favorit ist ja der grasgrüne Gecko:

So viel exotisches Getier auf einen Blick – Wahnsinn! Gut, dass wir von Schnorcheln auf den Park umgebucht hatten.

Zurück geht es dann noch durch die Ylang Ylang Destille. Den dazugehörigen Baum konnten wir ja schon auf Tahiti bewundern.

Ich mag den Duft gerne, wenn er in Parfums in kleinen Dosen Verwendung findet, aber so als pures Öl finde ich ihn etwas aufdringlich.

Detlef ersteht auftragsgemäß noch ein paar Vanilleschoten und muss alle anderen Verkäufer im Markt abwimmeln.

Dann geht es zurück aufs Schiff.

Ich habe währenddessen auf dem Schiff gesehen, wie einige Delegationen von Madagaskar-Offiziellen z.T. mit ihren Familien über das Schiff geführt wurden und Geschenke erhielten, wie sich Beamte in Militär-Uniform auf der Show-Treppe aufgestellt haben und in ziemlich selbstherrlicher Pose fotografiert werden wollten.

Die guten Beziehungen müssen gepflegt werden, damit die Einreise für die Schiffe und deren Passagiere auch weiterhin möglichst reibungslos abgewickelt werden kann.

Vielleicht war das alles auch viel harmloser. Ich habe ja nur einen visuellen Eindruck bekommen und nicht gehört, was gesprochen wurde. Aber meine Vorbehalte zu diesem Land, deren Bevölkerung wirklich in bitterster Armut zu leben scheint und das im Gegensatz zu seinen „Nachbarinseln“ wie Seychellen, La Reunion, Mauritius etc. so gar nicht auf die Füße zu kommen scheint, sind nicht unbedingt kleiner geworden.

Die Vegetation und die Tierwelt hingegen sind wirklich spektakulär!

Silvia

Kommentare (3)

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