07. April : Seychellen
Der heutige Tag passiert auch ein bisschen in Erinnerung an Gustav aus meinem Englisch – Profilkurs in der Einführungsphase, der ein Referat über sein Lieblingsurlaubsziel die Seychellen gehalten hat. Dieses Reiseziel war vor über 40 Jahren sehr exotisch und ich war so begeistert von diesem Ziel und den dazugehörigen Bildern, dass ich schon immer mal auf diese Insel(n) wollte, aber nie zu hoffen gewagt habe, dass es wirklich eines Tages wahr werden könnte!
Der Tag startet mit einem wunderschönen Regenbogen und nun liegen wir hier im Hafen und ich fotografiere den Willkommensgruß auf den Seychellen. Doll!



Glücklicherweise haben wir auch heute wieder einen privaten Fahrer gebucht. Meine Schnorchel-Schrammen insbesondere an den Füßen sind nicht unbedingt auf dem Weg, so richtig gut zu verheilen. Habe sie mit dem vorhandenen Material so gut wie möglich verpflastert, passe aber in keinen vernünftigen Schuh, so dass ich nur ein paar Schläppchen anziehen kann, die aber an den entscheidenden Stellen auch kräftig scheuern.
Wir werden von Roy abgeholt und unser erster Weg führt uns dann auch in zwei Apotheken, um ein bisschen Desinfektionsspray, Salbe und ein paar Pflaster mit größerer Wundauflage zu erstehen.

Das Front-Office des hiesigen Schiffsarztes weigerte sich ja, mir einen Hub Desinfektionsspray auf die offenen Stellen zu sprühen, da sich 2 Stellen schon ein bisschen entzündet hatten. Sie seien ein privates Unternehmen und ich müsse entweder das gesamte Prozedere mit großer Arztkonsultation, anschließender Medikation und vor allem kräftiger Rechnung durchlaufen oder ich solle mal im Mini-Markt an Bord gucken, ob sich da was Passendes finden würde.
Da fand sich natürlich nix für Wunden dieser Größe und alle sonstigen Schiffsmitarbeitern, denen ich von meiner Begegnung mit dem Hospital berichtete, rollten nur mit den Augen und bedauerten, dass der supernette Vorgänger leider in den Ruhestand gegangen sei, der hätte nicht so einen Verwaltungsaufstand gemacht.
Wir sind dann aber nach dem Besuch der Apotheken gut versorgt und können unsere Tour beginnen. Sie führt uns zunächst durch das „Hauptstädtchen“ der Seychellen, Port Victoria – die kleinste Hauptstadt der Welt.
Auf dem Programm stehen u. a. ein Hindu – Tempel





und die hiesige Markthalle



Die Reiher/ Ibisartigen Vögel zwischen der Verkaufsware finde ich jetzt nicht so appetitlich und der Geruch des ungekühlten Fischs bei über 30 Grad Aussentemperatur ist auch nicht so wirklich verlockend!



Dann verlassen wir die Hauptstadt und machen uns auf in die Berge zu einigen schönen Aussichtspunkten – ein Träumchen!


Unser nächster Stopp ist eine kleine Teemanufaktur. Es gibt hier keine richtigen Teeplantagen, sondern die Teepflanzen wachsen relativ wild im Regenwald. Uns bleibt keine Zeit für eine Besichtigung der Teefabrik, aber eine Verkostung von Vanille – und Lemon Eistee muss sein.
Es ist so schwül und heiss, dass wir eigentlich schon kurz nach dem Verlassen des Hafengebietes wie aus dem Wasser gezogen sind. Da muss Flüssigkeit nachgefüllt werden und einen tollen Ausblick gibts oben drauf!



Weiter geht es zu einem kleinen Wasserfall, wo wir sogar Eintritt zahlen müssen und es ist nicht wirklich ersichtlich für welche Leistung. Aber der Tourismus ist die wirtschaftliche Haupteinnahme-Quelle, da muss jede Attraktion genutzt werden.



Roy rangiert in der Rangliste unserer bisherigen zahlreichen grandiosen privaten Guides sicherlich nicht ganz oben, aber er fährt uns zumindest zu den verschiedenen Lokationen – dadurch haben wir eine viel größere Reichweite, um die Insel zu erkunden – erzählt das Notwendigste und taut dann im Laufe der Tour auch immer mehr auf. Und seine Playlist, während wir durch die Gegend fahren, ist mega! Hören hier ja die ganze Zeit kein Radio und haben nur selten mal den Fernseher an, da fällt das auf …. 🙂 !!
Nach weiteren schönen Aussichtspunkten über die Inseln ist es Zeit für einen kleinen Strandbesuch zum Schnorcheln – also zumindest für Detlef!
Ich bin noch viel zu verschrammt und froh, dass die Verletzungen des letzten Schnorchelausflugs auf den Malediven so einigermaßen verheilen. Da wäre Aufweichen durch Salzwasser sicher kontraproduktiv. Ausserdem merke ich, wie der aktuelle Ausflug die Schnitte an den Füßen selbst in den heutigen Schlappen wieder fies aufscheuert und aufreissen lässt.
Roy parkt uns in einem Restaurant mit Strandzugang und der Möglichkeit, sich nach dem Baden schnell noch umzuziehen und ein bisschen Salzwasserkruste loszuwerden.
Ich werde also traurig im Restaurant sitzen und sehnsüchtig auf den Strand und das Wasser gucken. Aber Detlef ist die nochmalige Schnorchelgelegenheit von Herzen gegönnt!



Wir stärken uns ausserdem noch mit einem recht leckeren Burger und lokalem Bier.


Die Schnorchelausbeute bleibt trotz des wunderbaren klaren Wassers aber relativ unspektakulär, es werden lediglich ein paar weiße Fische gesichtet.


Nächste Station sind die von mir gewünschten Riesenschildkröten. Diese werden zumindest auf dieser Insel von einigen Hotelanlagen in umzäunten Arealen gehalten. Ich finde das Areal für die Anzahl der Schildkröten – bestimmt 12 Stück – viel zu klein. Bin aber dennoch von den riesigen Tieren beeindruckt!


Roy erklärt uns, es sei „melting season“ und in der Tat, kaum ist das eine Männchen fertig, wälzt sich der nächste auf das unbeteiligt scheinende Weibchen. Ob man dann noch die Vaterschaft feststellen kann??
Wir fahren zu weiteren hübschen Strandabschnitten und durch eindrucksvolle Natur. Denn die Seychellen sind die einzige der hiesigen Inselgruppen, die nicht vulkanischen Ursprungs sind , sondern aus Granit bestehen.





Roy zeigt uns ausserdem noch einen Zimtbaum. Wenn man an der Rinde reibt, riecht es wirklich nach Zimt. Die Blätter hingegen werden auch zum Würzen beim Kochen benutzt, riechen allerdings eher pfeffrig.


Auf zu unserer letzten Station, der „Takamaka“ Rumfabrik. Nahezu seit Tag 1 erzählt mein Zahnarzt Tischnachbar Adrian von dieser Fabrik und dem erzeugten Destillat und wie gut es ihm gemundet hatte, als er das letzte Mal auf den Seychellen war.
Na mal gucken, ob wir ein Erinnerungsfläschen für ihn erstehen können.



Detlef gönnt sich eine Rumverkostung mit sieben verschiedenen Sorten. Ich nippe mal an dem mit Ananas versetzten – schmeckt fast likörartig.


Bei der Sonderedition mit 69% Alk schüttelt sich Detlef dann doch ein bisschen. 🙂


Nun ist es aber wirklich Zeit, zum Schiff zurückzukehren. Wir müssen um 17:30 Uhr wieder eingecheckt an Bord sein.
Am Hafen angekommen sind wir sehr überrascht über dieses Schild:

Keine Flip Flops im Hafengelände ?? Da wird dann wohl die Hälfte aller Passagiere, die ausschließlich zum Baden und Schnorcheln draußen waren, nicht mehr zurück zum Schiff kommen 🙂
Die Schlangen beim Einchecken sind sehr lang, aber um 17:27 hat der Computer uns wieder an Bord erfasst! Wir sind pünktlich. Meine Füße hingegen sind Schrott – alle Schnitte wieder aufgerissen.
Nachher erstmal zum Ausflugcounter. Wir müssen unseren Ausflug auf Madagaskar dringend versuchen zu ändern, denn der wäre auch mit Schnorcheln.
Da gerade unsere beiden Lieblingsmitarbeiter, die unseren Malediven Ausflug auch begleitet hatten, am Counter sind, geht das Umbuchen relativ leicht. Sie wissen ja, was passiert war.
Mal gucken, ob mir übermorgen dann wieder ein paar normale Schuhe für einen Ausflug in den Lemurenpark auf Madagaskar passen. Einen Versuch ist es auf jeden Fall wert!
Jetzt erstmal Füße hoch und ausruhen!
ya18vp
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