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26. März : Freemantle / Perth – Auf zu den Pinnacles

26
März, 2025

Heute wollen wir ins Outback – also die australische Wüste – zu den Pinnacles. Das wird wieder eine lange Fahrerei ab Perth. Ca. 250 km pro Strecke!

Unser Ausflug soll um 13 Uhr in Perth starten und ca. 9 Stunden dauern. Da der Anbieter die Abholung und Rücktransport nur innerhalb von Perth anbietet, müssen wir erstmal vom 40 Autominuten entfernten Freemantle nach Perth.

Um eine späte Heimfahrt gegen Mitternacht zu umgehen, haben wir ein Zimmer im Holiday Inn in der Innenstadt von Perth gemietet, denn unser Schiff bleibt über Nacht in Freemantle liegen.

Glücklicherweise dürfen wir bereits früh im Holiday Inn unser Zimmer beziehen, das uns super groß erscheint, nachdem wir seit Wochen unsere 14,5 qm Kabine gewöhnt sind.

Leider haben wir uns heute mit 38 Grad auch wieder die heisseste Region Australiens ausgesucht.

Um 13 Uhr werden wir mit einem Kleinbus eingesammelt und dann startet die große Tour. Wir machen noch einen Zwischenstopp an den weißen Sanddünen von Lancellin. Hier kann man, wenn man möchte, 20 Minuten lang die Dünen hinunterrutschen. Wir verzichten und erklimmen stattdessen einen Aussichtspunkt und genießen den Blick übers Meer und die Dünen, bis uns der Fahrer mit einigen anderen Gästen nach einer halben Stunde wieder einsammelt.

Weiter geht die wilde Fahrt und wer genau aufpasst, kann hören, dass unser Fahrer Hadrian sogar deutsche Songs in seiner Playlist hat.

Wir haben noch reichlich Strecke vor uns. Ich finde die Straßen ins Outback sehr ermüdend. Alle paar Kilometer wird die Straße für eine Seite zweispurig, damit eben auch solche Roadtrains wie auf dem Foto unten überholt werden können. Denn auf einer einspurigen Straße wäre jede Art von Überholmanöver eines derartig langen Gefährts einfach viel zu gefährlich.

Wir fahren an Gegenden vorbei, die schwer von Buschbränden gebeutelt wurden und die sich nur seeehr langsam wieder erholen, sehen aber auch immer wieder weiße Sanddünen, die wie kleine Schneeberge mitten in die Landschaft gepflanzt scheinen.

Und trotz der Warnschilder finden sich auch so einige tote Tiere, aber insbesondere Kängurus am Straßenrand, wobei auf unseren Warnschildern immer Wombats anstelle von Kamelen zu sehen waren, aber das konnte man beim Vorbeifahren so schnell nicht fotografieren 😉

Gegen 17 Uhr haben wir dann endlich die Pinnacles erreicht. Wir sind mit 2 Kleinbussen unterwegs, in die jeweils 16 Gäste passen und mit diesen Fahrzeugen dürfen wir sogar in das Schutzgebiet hineinfahren. Detlef ist super erstaunt, denn als er vor ca. 4 Jahrzehnten mit dem 4,5 to Wohnmobil in das Gebiet gefahren war, hatte er sich mit Karin festgefahren. Und jetzt ganze Kleinbusse …. ??

Mittlerweile scheinen die Untergründe zumindest für Kleinbusse deutlich befestigter, auch wenn wir uns ganz schön durchschlängeln müssen, aber Hadrian scheint diese Tour öfter zu fahren und wirkt sehr routiniert.

Chat GPT beschreibt die Pinnacles in 100 Worten wie folgt:

„Die Pinnacles sind eine faszinierende Naturattraktion im Nambung-Nationalpark, Westaustralien. Diese bizarren Kalksteinsäulen erheben sich aus gelbem Wüstensand und wurden durch jahrtausendelange Erosion geformt. Sie variieren in Größe und Form – einige sind nur wenige Zentimeter hoch, andere ragen mehrere Meter in die Höhe. Die Pinnacles entstanden aus Meeresmuschelkalk, der durch Wind und Wetter allmählich freigelegt wurde. Besucher können die Landschaft auf Wanderwegen oder mit dem Auto erkunden. Besonders beeindruckend sind die Pinnacles bei Sonnenauf- oder -untergang, wenn sie lange Schatten werfen und in warmem Licht leuchten. Die Umgebung bietet zudem eine reiche Tierwelt.“

Die reiche Tierwelt besteht bei uns bis zum Sonnenuntergang nur mal wieder aus reichlich Fliegen, allerdings deutlich weniger als beim Leuchtturm von Busselton, sonst zeigen sich keine weiteren Lebewesen ausser uns zweibeinigen.

Hadrian erzählt uns dann auch noch, dass die Aboriginees diesen Ort früher für Geburten genutzt haben und daher nur Frauen in der Gegend erlaubt waren. Männer und Kinder waren verboten. Mittlerweile haben alle Zutritt, allerdings ist der Ort und eine besondere Erhebung immer noch heilig. Hadrian bittet uns in diversen Sprachen, diese Erhebung nicht zu betreten. Was aber so einige Mitfahrer nicht davon abhält, dennoch wegen der guten Aussicht dort hinaufzuklettern und super Selfies im Sonnenuntergang zu machen. Ich hoffe, dass dieses Verhalten nur mangelnden Sprachkenntnissen zuzuschreiben ist und nicht einfach nur der Ignoranz und der Gier nach möglichst vielen Klicks in den sozialen Medien geschuldet.

Wir dürfen in den Pinnacles umherwandern, die faszinierenden Säulen und den gelben Sand bewundern und einfach nur staunen.

Hadrian und die andere Busfahrerin Emma bereiten in der Zwischenzeit ein kleines Camp vor, wo wir dann bei Sonnenuntergang ein kleines Barbecue / Picknick veranstalten werden.

Das Essen ist super lecker – Würstchen, ganz viele frische Salate, ein Gläschen kalten Wein mit ein paar Häppchen und einen Kaffee oder Tee zum Abschluss und der Sonnenuntergang – einfach nur magisch!

Ausserdem werden zwei Teleskope aufgebaut, durch die wir dann nach Sonnenuntergang bestimmte Sternenkonstellationen und Planeten noch genauer betrachten können.

Hadrian zeigt uns durch das Teleskop den Jupiter und seine Monde, aber auch der rötliche Mars ist super zu erkennen.

Und da das Wetter nicht besser sein könnte: absolut wolkenloser Himmel und kaum Mondlicht, leuchten die Sterne so hell, dass man alles mit bloßen Augen erkennen kann. Das Kreuz des Südens, Orion, die Milchstraße, …. Hadrian erklärt uns die Konstellationen mit seinem Mega-Laserpointer und selbst mit unserem simplen Handy können wir das eine oder andere Bild am Himmel einfangen.

Leider gibt die Bildauflösung in diesem Blog nicht annähernd wieder, was wir mit bloßen Augen sehen können und eigentlich fehlen mir auch die Worte, das irgendwie beschreiben zu können. Aber ich weiss für mich, dass dieser Ausflug ganz sicher eines der absoluten Highlights dieser mit den unglaublichsten Attraktionen gespickten Weltreise ist.

Einige Mitreisende legen sich einfach auf die Bänke und genießen den Anblick, andere laufen ein bisschen umher und versuchen, das eine oder Foto zu machen, aber insgesamt ist es irgendwie sehr still und fast andächtig, denn man ist von diesem Platz in der Wüste einfach so gefangen genommen, dass es keine weiteren Worte braucht.

Gegen 20:30 Uhr haben Emma und Hadrian in der Zwischenzeit fast wie von Zauberhand alles wieder zusammengepackt und wir müssen zurück nach Perth. Ca. 2,5 Stunden Fahrt liegen vor uns, es sind immer noch 27 Grad. Den Extra-Pulli für die Abendkälte in der Wüste haben wir wohl umsonst eingepackt. Wir legen noch eine kurze Toilettenpause am Eingang des Nationalparks ein und da wartet dann noch ein Känguru auf uns – ganz paralysiert von den Busscheinwerfern bewegt es sich gar nicht mehr und lässt sich fotografieren.

Das ist noch das I-Tüpfelchen dieses grandiosen Erlebnisses.

Auf der Fahrt zurück kreuzen noch zwei weitere Kängurus die Straße, aber zum Glück kann Hadrian immer rechtzeitig bremsen bzw. ausweichen. Aber die kilometerlange Fahrt auf den nahezu leeren Straßen ermüdet ihn auch, dass merkt man ihm deutlich an. Für ihn war es ja auch wirklich ein sehr langer Tag und alles bei der Hitze.

So sind wir dann wahrscheinlich alle froh, gegen 22:30 wieder am Hotel in Perth anzukommen und nach zwei hart erkämpften Bieren vom Zimmerservice totmüde ins Bett zu fallen.

Silvia

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