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18. März : Melbourne, aber eigentlich „Zwölf Apostel“ oder auch noch weniger

18
März, 2025

Wir legen heute Morgen um 07:00 Uhr in Melbourne an. Wir werden von der Stadt aber wohl nicht mehr als die Skyline sehen,

denn es zieht uns in die Ferne die Great Ocean Road entlang bis zu den 12 Aposteln. Ca. 500 km insgesamt wollen befahren werden.

Wir starten um 08:30 Uhr im Theater. Obwohl ich weiss, dass es bereits eine Weile dauern wird, bis wir überhaupt die Great Ocean Road erreichen werden, werde ich minütlich nöliger, denn mir gehen die langen Fahrstrecken heute auf den Geist.

Während Detlef begeistert nach draußen guckt, um eventuell ein paar Tiere zu sichten, lässt meine Begeisterungsfähigkeit schon nach recht kurzer Fahrt zu wünschen übrig.

Die Landschaft ist toll, keine Frage, aber eben auch nicht sehr abwechslungsreich.

Nach ca. 2 Stunden haben wir den offiziellen Startpunkt der Great Ocean Road erreicht und nun geht es hoffentlich los, schließlich wird diese Tour von allen Ausflugsanbietern für teuer Geld angeboten.

Unser erster Stopp ist eine Art kleines Feriendorf, wo wir eine kurze Pause machen und auch hier finden sich wieder frei fliegende Kakadus, die man nicht füttern soll. Die Vögel kommen aber dennoch den Ferienunterkünften sehr nahe ….

Es geht weiter zu unserem Mittagspausen-Ort, Apollo Bay . Hier ist der Name definitiv vielversprechender als der Ort selbst. Wir haben kurz Zeit für ein warmes Foccacia, laufen die Hauptstraße einmal auf und ab und dann geht die Fahrerei weiter.

Boah, und für diesen Ausflug haben wir jeder fast 500,- € bezahlt.

Unterwegs immer noch viel Landschaft und endlich mal ein paar Schafe – in Neuseeland habe ich ja max. 4 Stück gesehen, obwohl es 20 Millionen geben soll.

Wir fahren durch den „grünen“ bewaldeten Teil der Great Ocean Road und plötzlich stoppt der Bus und parkt hinter einem PKW am Straßenrand ein.

Im Baum sitzt ein kleiner Koala-Bär und frisst gemütlich seine tägliche Eukalyptus – Ration.

Mein erster freilebender Koala – ich bin begeistert!!! Und das scheint wirklich etwas Besonderes zu sein, denn es ist auch Detlef’s erster freilebender Koala und er hat ja nun schon deutlich mehr Lebenszeit in Australien verbracht!!!

Meine Laune steigt sehr deutlich um einige Grad!

Jetzt soll es auch gar nicht mehr so weit bis zu den 12 Aposteln sein.

Und in der Tat ca. 1 Stunde später treffen wir auf dem großen Parkplatz ein. Himmel und Menschen ! Und dann wird es wirklich „WOW“, als wir uns der Aussichtsplattform nähern.

Es waren übrigens nie 12 Apostel, sondern maximal 9 – aber das Meer hat mittlerweile so einiges abgetragen und jetzt sind noch ca. 4,5 Sedimentblöcke übrig. Der Name „Zwölf Apostel“ wurde irgendwann aus Marketinggründen gewählt, denn früher hiess das Naturwunder „Die Sau und ihre 5 Ferkel“ – in der Tat etwas weniger attraktiv ….

Direkt daneben liegt der Razour Back Outlook – für mich sogar noch spektakulärer

Hier liegt kein Land mehr zwischen dieser Stelle und der 3000 km entfernten Antarktis . Daher ist der Wellengang hier noch stürmischer und eindrucksvoller. Wirklich atemberaubend schön!

Jetzt hat sich die ganze Fahrerei wirklich gelohnt – so was habe ich noch nie gesehen!

Wir müssen dringend wieder zurück – es liegen noch fast 3 Stunden Fahrzeit vor uns und wir werden es wohl nicht ganz pünktlich zu „alle Mann an Bord“ um 19:30 schaffen, aber hoffentlich noch vor der Ablegezeit um 20 Uhr.

Unterwegs bekomme ich dann noch ein kleines Goodie. Den sehr niedlichen Spielfilm „Oddball“, der bei den 12 Aposteln spielt und in dem kleine blaue Pinguine vor dem Aussterben gerettet werden sollen.

In der Tat kommen wohl auch in der Realität immer jede Menge Pinguine in der Dämmerung an Land , aber so lange dürfen wir da nicht bleiben.

Wir geben also ordentlich Gas und kommen dann in der Abenddämmerung wieder in Melbourne an. 19:45 Uhr – das Meiste für die Einstiege ist schon abgebaut, aber der Kapitän kann noch einigermaßen pünktlich ablegen. Muss ja auf uns warten, da wir mit einem MSC Ausflug unterwegs sind.

Insgesamt sind wir heute wirklich 500 km gefahren. Das würde ich mich mit einem privaten Ausflug nicht trauen. Da ist das Risiko, dass wir dem Schiff hinterwinken müssten, zu groß!

Trotz meines morgendlichen Unwillens ein toller Tag! Wahrscheinlich muss ich mich einfach daran gewöhnen, dass man in Australien weite Strecken zurücklegen muss, um interessante Orte besuchen zu können.

Silvia

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