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14. März : Sydney – Blue Mountains und Oper

14
März, 2025

Heute Morgen habe ich beim Frühstück die allerbeste Aussicht auf die Skyline von Sydney.

Nach dieser grandiosen Einfahrt müssen wir das erste Tenderboot erreichen, für dessen Ticket sich Detlef am Tag zuvor bereits um 03:15 früh (!) in die Schlange geworfen hat. So haben wir ihm noch ein altes Berlinale – Feeling vermittelt. Und sein Einsatz war wirklich von Erfolg gekrönt. Er war der zweite in der Schlange und wir haben das erste Tenderboot für 09:40 ergattert. Start der Ticket Ausgabe war übrigens um 11:00 Uhr.

Das ist wichtig, denn am Hafen wartet Julian um 10:00 Uhr auf uns und eigentlich hätte die ganztägige Tour in die Blue Mountains um 08:30 Uhr starten sollen. Aber mit privatem Guide kann man natürlich etwas flexiber sein.

Julian ist ein typisches Migrantenkind, das im Alter von 10 Jahren nach Sydney gekommen ist und nun in Australien lebt. Eigentlich hat er mal eine Firma für Kühlaggregate / Klimaanlagen gemanagt, dann aber eine Art Burn-Out gehabt und seit diesem Zeitpunkt hat er sich fortgebildet und liebt es jetzt, Touristen durch Sydney und Umgebung zu führen.

Unser erster Stopp ist der Featherdale Wildlife Park, in dem australische Tierarten beheimatet sind. Man könnte wieder Kängurus füttern und streicheln, aber da wir nur 45 Minuten Zeit haben, wollen wir lieber nach anderen Tieren gucken.

Uns begegnen verschiedene Vogelarten.

Aber auch ein Albino-Känguru, Wallabies, ein Baby-Wallaby – mit der daneben sitzenden Taube hat man einen schönen Größenvergleich.

Gut gefällt mir auch das Thermometer-Huhn und die wunderschönen schwarz-weißen Pelikane, die wir gerade bei einer Fütterung erwischen.

Natürlich dürfen die niedlichen blauen Pinguine nicht fehlen:

Ausserdem kreuzen ein schlafendes Krokodil und ein Ameisenigel unseren Weg.

Man kann mit dem Känguru-Futter auch die niedlichen Quokkas füttern.

Aber mein Highlight sind natürlich die Koalas und mit einem Exemplar MUSS ich mich natürlich fotografieren lassen. Da bin ich ganz Touri ! Die Koalas werden übrigens immer nach sehr kurzer Zeit gewechselt, so dass hoffentlich keiner zu lange den Touristen ausgesetzt ist und in seinem Fress-Rhythmus zu sehr gestört wird.

Es gäbe noch so viel mehr zu sehen, aber wir wollen ja noch in die Blue Mountains und die sind noch ein ganzes Stück Fahrt entfernt.

Ich habe mir unter den Blue Mountains eher etwas analog der Alpen vorgestellt, lerne dann aber schnell, dass es eher sowas wie der bewachsene Grand Canyon zu sein scheint – wobei ich letzteren noch nie gesehen habe.

Das was von oben ein bisschen wie Moos aussieht, sind zu 80% meterhohe Eukalyptus-Bäume. Davon soll es um die 200 verschiedene Arten geben (ehrlich gesagt werden es mit jedem Reiseführer mehr Arten – gestartet sind wir mit 100 Sorten 😉 !), von denen die Koalas nur ca. 10 Sorten essen.

Die Blue Mountains heissen übrigens so, weil das Öl der Eukalyptus-Bäume irgendwie verdunstet und sich so ein leicht bläulicher Schimmer über die Landschaft legt. Mit etwas Fantasie kann ich dem durchaus folgen, freue mich aber vor allem, dass es nicht nebelig oder verregnet ist und wir von vielen verschiedenen Plattformen aus die grandiosesten Ausblicke genießen dürfen.

Unsere Mittagspause machen wir im kleinen Städtchen Leura.

Eigentlich nichts Besonderes, wobei mich so ein frei herumfliegender Kakadu schon immer noch begeistert! Wir nehmen ein köstliches Sandwich mit leckerem Ginger-Beer in einem tollen Deli.

Die Hauptstraße bietet aber auch andere hübsche Shops. Meine Favoriten sind eine Chocolateria, die sich nicht entscheiden kann, ob sie noch Weihnachten oder bereits Ostern vermarkten möchte

sowie ein wunderschöner Holzmanufaktur-Laden, in dem es schon ganz großartig nach Holz duftet und der sooooo schöne Stücke anbietet. Den Wombat im Eingang hätte ich so gerne mitgenommen, aber er ist einfach zu unhandlich und zu schwer für den Rücktransport. Kleine Wombats waren es nur bis Weihnachten im Angebot, denn es gibt nur noch einen 76jährigen Künstler, der diese Kleinode herstellt und es findet sich bisher leider niemand, der dieses Kunsthandwerk von ihm erlernen möchte. All dies erfahre ich bei einem kleinen Plausch mit der Besitzerin, die überhaupt nicht sauer ist, dass ich ihr mit meiner Begeisterung die Zeit stehle und dann doch nichts kaufe. Sie sind so nett, die Australier!

Wir gönnen uns folgend noch weitere Stopps in den Blue Mountains, z. B. bei den Drei Schwestern, über die es natürlich auch eine wehmütige Maori-Erzählung gibt. Unter uns schwebt noch eine Gondelbahn vorbei, die ich überraschenderweise nicht nutzen möchte und wir fahren auch noch an einem Wasserfall vorbei.

Julian weist uns noch daraufhin, das viele Steinblöcke, die entweder unsere Wege pflastern oder auch in Häusern verbaut sind, Muster aufweisen. So haben die Sträflinge, die sozusagen für ihre Leistung in den Steinbrüchen bezahlt wurden, ihre Steinblöcke für die „Abrechnung“ markiert. Darauf werden wir dann jetzt in den nächsten Tagen verstärkt in Australien achten.

Dann müssen wir aber wirklich zurück nach Sydney.

Unseren Abend wollen wir heute in der Oper in Sydney verbringen. Da wir aber nachts nicht wieder aufs Schiff zurücktendern wollen und morgens ganz früh wieder zurück an Land, haben wir uns für eine Hotelübernachtung entschieden. Hier hatte sich Detlef ja unbedingt einen Blick auf den Hafen und die Oper gewünscht.

Um 17:45 checken wir im Four Seasons ein, 19.Stock und nach dem Öffnen der Zimmertür schnappen wir schon mal kurz nach Luft bei dem Ausblick:

Auch ansonsten macht das Zimmer einen netten Eindruck:

Wir ziehen uns schnell um und dann müssen wir auch schon los, denn um 19:30 startet die Vorstellung.

Der Spaziergang zur Oper führt am Hafen entlang und es ist richtig voll.

Neben der Oper findet auch noch ein Open Air Konzert statt, so dass vermutlich noch mehr Menschen auf den Beinen sind.

Ich bin sehr gespannt auf die Oper und deren Innenleben.

Und ich werde richtig enttäuscht. Nix gegen modern, aber das wirkt alles so düster und unfreundlich – es gefällt mir überhaupt nicht.

Aber die Terrasse entschädigt dann doch. Da kann man auch gut sehen, dass es keine weißen, aus einem Stück gefertigten Segel sind, die über den Hafen strahlen, sondern geschuppte, beige farbene Einzelstückchen, die die Segel bilden.

Es wird Candide gegeben. Ein munteres Stück von Bernstein, das mir manchmal ein bisschen sehr albern erscheint, aber es ist ja auch eine Operette. Der Saal drinnen scheint funktionell, die Akkustik ist sehr gut – die Sänger im Übrigen auch und die Bauweise erinnert ein bisschen an die Philharmonie drinnen. Wahrscheinlich ein erprobtes Konzept, um wirklich nahezu jedem Platz ein optimales Hörerlebnis zu verschaffen.

Und in der Pause sehen wir von der Terrasse aus auch noch unser „pretty little ship“, dem wir heute Nacht ja mal fernbleiben werden.

Nach der Vorstellung plagt uns dann noch ein kleines Hüngerchen und wir versorgen uns bei „Hungry Jacks“ – in allen anderen Ländern besser als Burger King bekannt – mit einem Whopper to go und setzen uns an dem wunderschön beleuchteten Hafen auf eine Bank.

Wie man gut sehen kann, wimmelt es immer noch von Besuchern, es ist erträglich warm und eigentlich mag ich mich gar nicht losreissen, aber morgen wartet wieder ein voller Tag auf uns. Dieses Mal wollen wir Sydney etwas genauer angucken.

Silvia

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