12. März : Hobart – das erste Mal in Australien
Wir haben uns so gut wie möglich vorbereitet: alle Dokumente sind ausgefüllt, die Taschen aus- und aufgeräumt, wir haben uns für längeres Anstehen präpariert und dann geht’s um 12:15 Uhr tatsächlich los. Wir reisen in Australien ein!
Wir haben einen Abendausflug geplant, der erst um 16:45 vom Pier startet, müssen aber vorher schon raus, um die Face-Kontrolle zur Immigration zu durchlaufen.
Die Vorgehensweise ist wie folgt: bis spätestens 15 Uhr müssen alle Passagiere das Schiff verlassen und offiziell nach Australien einreisen – völlig egal, ob man sich Hobart angucken möchte oder nicht. Und erst, wenn alle Passagiere erfolgreich durch die Kontrolle sind, darf man wieder aufs Schiff zurück = „count to zero“.
Während uns die Reisenden aus dem Vorjahr gruselige Erfahrungen bezüglich dieses Prozederes berichtet hatten, ist MSC dieses Mal viel besser vorbereitet. Die Passagiere werden in Gruppen zur Passkontrolle geleitet, so dass niemand lange anstehen muss. Es sind jede Menge Stühle im Terminal von MSC aufgestellt, so dass man sich auch hinsetzen kann, bis man wieder aufs Schiff zurück darf. Im Hafenterminal gibt es freies Wifi, Toiletten und man hat einen kleinen Markt aufgebaut, auf dem man sich die Wartezeit vertreiben kann.
Und tatsächlich sind wir innerhalb von 10 Minuten durch die Kontrolle!
Wir nutzen die Zeit bis zu unserem Ausflug, um das kleine Städtchen Hobart zu erkunden, was ganz leicht geht, da wir mal wieder quasi mitten im Zentrum parken.


Direkt am Hafen empfangen uns einige niedliche Bronzefiguren.



Aber auch ein Denkmal, das Frauen und Kinder zeigt, die von den Engländern als Sträflinge für geringfügige Vergehen völlig überzogen nach Australien deportiert worden waren.

Wir laufen in die wieder mal sehr übersichtliche Innenstadt.



Daher erscheint uns ein „hop on / hop off“ Doppeldecker etwas überdimensioniert. Das Kutschenangebot wäre da schon passender.


Wir benutzen weiterhin unsere Füße und machen uns erstmal auf die Suche nach einer Apotheke. Detlef scheint sich beim Zählen eines seiner Medikamente vertan zu haben und hat nun 30 Tabletten weniger dabei als benötigt. Die sollen hier aufgefüllt werden, damit wir nicht an spannenderen Destinationen unsere Zeit damit vertrödeln müssen.
Nach Rücksprache mit dem Schiffsarzt hat er erfahren, dass dieser ihm kein in Australien anerkanntes Rezept ausstellen darf, aber er solle einfach mit seinem Medikamenten-Plan in eine Apotheke marschieren und dann würde man ihm das verschreibungspflichtige Medikament aushändigen.
So der Plan. Leider werden wir in der ersten Apotheke eines Besseren belehrt. Ohne Rezept geht hier gar nix. Okay, wir prüfen eine zweite Apotheke – gleiche Info. Man empfiehlt uns eine Urgent Care Clinic ein paar Ecken weiter und – in der Tat – nach einigem Hin und Her mit sehr freundlichen Australiern aus dem hiesigen Gesundheitswesen halten wir das Rezept und die Tabletten in der Hand.



Alle nehmen großen Anteil an unserem „Weltreise-Schicksal“ und die das Rezept ausstellende Ärztin ist fast nur mit Mühe zu überzeugen, dass wir nicht noch weitere Medikamente benötigen 😉
Wir schlendern noch ein bisschen weiter durch die Stadt, gönnen uns einen leckeren Nachmittagssnack und können dann vor unserem Abendausflug noch kurz aufs Schiff.

Die Immigration Behörde hat wohl bis Null runtergezählt und alle Passagiere kontrolliert.
Kaum, dass wir auf dem Schiff zurück sind, fängt es an zu regnen und gewittern, was sich aber zum Glück legt, bis unser Ausflug startet, denn da können wir Regen nun gar nicht gebrauchen.
Wir fahren zur Bonorong Wildauffang-Station, die sich um verletzte Tiere, invasive Arten oder sonstige Wildtiere kümmert, die Hilfe benötigen.

Zunächst startet die Tour mit dem Füttern und Kraulen von frei herumlaufenden Kängurus – ich bin begeistert.




Danach geht mein zweiter Wunsch in Erfüllung – nämlich die intensivere Betrachtung eines tasmanischen Teufels.



Eigentlich sieht er ganz knuffig aus, erinnert an einen kleinen Hund, aber den krault man besser nicht, denn seine Bisskraft ist 20x kräftiger als die einer Hyäne. Und er ist auch nicht bösartig, aber ziemlich verfressen.
Es zeigen sich noch weitere interessante Tiere, z. B. ein Thawny Frogmouth – sieht aus wie eine kleine Eule, hat aber einen gelben Schlund und wenn er was frisst, sieht er einem Frosch schon ein bisschen ähnlich.



Und so einiges anderes exotisches, aber auch bekanntes:




Den kleinen blauzüngigen Lizzard darf ich auch streicheln.
Mein Highlight sind aber zwei sehr proppere Wombats, die ich am liebsten einpacken würde – soooo niedlich:





Die kleinen Racker halten ihre Figur übrigens durch den Verzehr von täglich 2 kg Gras!
Ich kann mich nur sehr schwer trennen, aber wir müssen los, denn um 20:30 zählt der Kapitän auch wieder durch, um dann in Richtung Sydney durchzustarten.
Nochmal kurz ein Blick in die Dämmerung vom wunderschön gelegenen Wildlife Park


und zurück nach Hobart, wo sich nochmal ein heftiger Regenguss zusammenbraut und mich die letzten 300 m vom Terminal bis zum Schiffseinstieg bis auf die Unterwäsche durchnässt. Aber hier können wir ja schnell was Trockenes anziehen.
Einige unserer Mitfahrer sind heute in den Nachmittagsregen gekommen und mussten komplett durchnässt zwei Stunden durch die Gegend laufen, um dann in eisiger Klimaanlage mit dem Bus zurückzufahren. Da sind doch demnächst wieder einige Nieser und Husten geplagte zu erwarten.
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