03. März : Auckland : Gilt für Schiffe eigentlich auch Parkverbot in der Fußgängerzone?
Denn es sieht wirklich aus, als hätten wir mitten in der Fußgängerzone geparkt, wenn wir von der Innenstadt auf den Hafen gucken ….
Aber von vorne : Heute werde ich also das erste Mal so richtig Neuseeland betreten – die Cook Islands gehören zwar offiziell auch zu Neuseeland, aber das zählt irgendwie nicht. Und auch der Papierkram ist jetzt offizieller. Das Visum für Neuseeland mussten wir ja schon zu Hause beantragen und war Voraussetzung, die Weltreise überhaupt antreten zu dürfen, selbst wenn wir theoretisch nicht von Bord gehen wollten.
Hier an Bord mussten wir vor 3 Tagen auch noch eine Traveller Declaration online ausfüllen, die sich mit unserem Visum bei der Einreisekontrolle verknüpfen soll. Seit 2 Tagen stehen überall Schilder auf den Tischen, dass es strengstens untersagt ist, irgendwelche Lebensmittel, Samen, Pflanzen etc. an Land zu bringen, ansonsten drohen empfindliche Geldbußen. Seit heute Morgen um 07:00 Uhr laufen dieselben Ansagen in halbstündiger Dauerschleife in allen 5 Bordsprachen.
Ich fühle mich ohnehin bestens vorbereitet, denn die Real-Dokus „Border Control New Zealand“ und „Border Control Australia“ gehören zu meinen Favoriten, wenn ich abends mal wieder nicht einschlummern kann. Ich weiss, wie es läuft und werde bei den Kontrollen, entsprechend reüssieren – so viel ist klar! 😉 !!!
Die Einfahrt nach Auckland ist toll und nach all den paradiesischen Kleinoden der letzten Tage freue ich Großstadtkind mich auch wieder auf ein bisschen mehr „Zivilisation“.


Der heutige Ausflug soll erst mittags starten, so dass wir versuchen werden, vormittags noch kurz in die Stadt zu kommen, da wir direkt an der Innenstadt zu liegen scheinen. Mal gucken, wieviel Zeit uns die Einreisekontrollen noch übrig lassen.
Wir schnappen uns also Paß, Visum und Traveller Declaration Nummer; ich kontrolliere nochmal meine Tasche, dass da wirklich nicht versehentlich noch was Essbares drin ist und los geht’s! Es staut sich ein bisschen auf Deck 7 und dann dürfen wir ins Hafen Terminal und da sehen wir schon : NIX, NADA, NOTHING.
Kein einziger Beamter, der irgendwelche Dokumente von uns sehen will, keine Taschenkontrollen der Biosicherheitsbehörden, lediglich die fleißigen Mitarbeiter des Tourismus Büros werfen einem ein strahlendes „Kia Ora“ entgegen und wünschen uns einen schönen Tag.
Ich fühle mich fast ein bisschen betrogen . Was die in den Serien da immer so zeigen – und nicht nur am Flughafen, sondern auch an den Häfen … Aber eigentlich vermisse ich die langen Schlangen nicht wirklich …
Wir liegen wirklich nur eine Hauptstraße mit Ampel entfernt von der Fußgängerzone und sind begeistert von der Sauberkeit der Stadt und Freundlichkeit der Neuseeländer und stolpern gleich als erstes auf den „Kiwi Art Trail“, der hier analog zu unseren Buddy Bären die Fußgängerzone säumt.




Da wir leider kein Geschäft finden, dass diese Kunst – Kiwis verkauft, gönne ich mir einen kleinen gläsernen Freund, der es hoffentlich heil nach Hause schaffen wird.

Dass wir die Kiwi Vögel in freier Natur sehen werden, ist ohnehin relativ unwahrscheinlich, da sie nachtaktiv sind und somit nicht mit unseren Ausflugsplänen zusammenpassen.
Auckland Central gefällt uns gut, viele alte Gebäude im Empire Stil und gläserne / stählerne Neubauten stehen direkt gemischt nebeneinander.



Leider müssen wir dann auch schon wieder für den Ausflug zurück an Bord. Auch hier prüft niemand unsere Dokumente. Lediglich eine ältere Dame guckt etwas oberflächlich in Detlefs gut gefüllte Fototasche. Auf unsere Frage, was sie denn prüfen würde, meint sie : Joah, so was wie Drogen oder Waffen …. Okay, damit können wir heute nicht dienen.
Zurück an Bord entscheide ich spontan, doch nochmal die eine oder andere gesundheitliche Unpässlichkeit meinerseits zu kurieren. Detlef hingegen wird sich zwei Hafenbecken weiter auf die Suche nach Walen und Delphinen begeben.
Nachdem ich 2 Stunden fest geschlafen habe, setze ich mich auf den Balkon und gucke dem Treiben direkt unter demselben zu. Das Schiff hat DREI (!) 40 ft Container Ladung bekommen, sowie diverse Kühl- und normale LKWs mit Getränken, Obst, etc.
Mein Logistikerherz schlägt schon ein bisschen höher, während ich beobachte, wie diese unfasslichen Mengen von hauptsächlich 3 wieselflinken Gabelstaplern an die MSC Laderampen gebracht werden, um dann vermutlich von unzähligen fleißigen Mitarbeitern „innerboards“ in die Lager verräumt zu werden.
Unser Ober-Food & Beverage Manager Giovanni läuft die ganze Zeit aufgeregt hin und her und versucht, das Ganze auch zeitlich zu koordinieren. Um 20 Uhr sollen wir wieder ablegen und ich würde darauf wetten, dass das nicht pünktlich zu schaffen ist.





Mittlerweile ist es ca 1,5 Stunden vor Abfahrt und die zig Mehl, Kartoffel, Zwiebel- Paletten warten immer noch unberührt auf die Verladung, während mittlerweile schon Zigaretten und die härteren alkoholischen Getränke ihren Weg ins Schiff finden, wie man an den Kartonverpackungen gut erkennen kann.
Ich muss mich wirklich sehr zusammenreißen, um nicht mit aller Inbrunst hinunterzurufen :
GIOVANNI, DIE KARTOFFELN ZUERST !!!
so wenig glaube ich, dass die Verladung noch vollständig und pünktlich klappt . ICH könnte eben eher auf die Zigaretten verzichten ;-)!
Detlef ist derweil bei mittlerweile allerbestem Wetter mit einem kleineren Boot auf der Suche nach Walen und Delphinen.



Die Wale verstecken sich weiterhin, aber die eine oder andere Delphinschule zeigt sich.
Nach 4 Stunden kehrt er mit einigen schönen Bildern und Videos im Gepäck zurück.


Wir gehen schnell zum Essen ins Buffet-Restaurant und als wir um kurz vor 20 Uhr wieder zurück in unserer Kabine sind und das Typhon zum Ablegen erklingt, ist der Hafenplatz blitzeblank geleert und alle Paletten zumindest in unserem Schiffsbauch verstaut.
Unglaublich, wie die das geschafft haben. Diese Crew muss wirklich zaubern können! Wirklich beeindruckend.
Mit ein paar schönen Ausblicken auf Auckland verlassen wir die ehemalige Hauptstadt von Neuseeland. Hätten es hier gut noch ein bisschen aushalten können.




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