22. Februar: Tahiti : Mission Südseeperle
Heute gibt es für mich nur ein Ziel : meine lang ersehnte dunkle Südseeperle finden.
Wir gehen um 09:00 Uhr von Bord, landen direkt in der Haupteinkaufsstraße von Papeete und da reihen sich so einige Schmuckläden aneinander. Ich hatte vorab schon ein bisschen im Internet recherchiert, welche Läden seriöse Kritiken hatten und wo man eine gute Beratung kriegen soll.
Im ersten Geschäft schießt der Verkäufer direkt hinter uns her in den Laden und versucht, zumindest nach meinem Gefühl uns irgendwas aufzuschwatzen. Alles wirkt auf mich irgendwie unseriös, aber ich kriege einen ersten Eindruck von den Preisen. Für eine tolle dunkle Perle mit 12 mm Durchmesser dürfen schon mal 1.200 Euro gefordert werden und der Preis nimmt exponentiell zum Durchmesser ab. 10mm scheinen da doch eher in meinem Budget zu liegen.
Nach diesem ersten Eindruck bummeln wir weiter die nächsten Schaufenster entlang und in einer Auslage finde ich ein schönes Ketten- und Ohranhänger-Ensemble, das mich anzieht. Wir betreten das Geschäft und hier fühle ich mich deutlich wohler.



Die Verkäuferin berät mich entsprechend meinen Wünschen und ich probiere das Schaufenster-Ensemble. Mittlerweile favorisiere ich eher die Multi-Color-Perlen , so ein schönes Grau mit grün-blau Schimmer. Das Angebot an Farben ist ohnehin riesig.



Ich entscheide mich für das probierte Geschmeide und lasse es einpacken, da fällt mein Blick auf ein anderes Ensemble, das im Laden ausgestellt ist. Hier sind die Perlen weniger perfekt und erinnern eher an Tropfen, aber ich habe den Eindruck, genau diese Perlen müssen zu mir. Ich suche ja keine Wertanlage, sondern mein individuelles Erinnerungsstück, das mich bei jedem Tragen an diese wundervolle Insel und unglaubliche Reise erinnern wird.

Die Verkäuferin reagiert zum Glück sehr verständnisvoll und packt meine erste Wahl wieder aus. Durch die mangelnde Perfektion habe ich jetzt ein bisschen Budget übrig und möchte mir noch eine Perle auf ein Band als Armband ziehen lassen. Hier darf ich mir die Perle natürlich selbst aussuchen. Die Verkäuferin schüttet eine ganze Dose vor mir aus und dann suchen wir das passende Stück. In den Kügelchen zu wühlen, fühlt sich an wie im Paradies.



Da es das Budget noch hergibt, entscheide ich mich dann sogar für eine unperfekte 8 mm und zwei ebenso wenig makellose 10 mm Perlen, die ein bisschen so aussehen, als hätte die Natur sie in der Mitte gedrechselt, lasse sie durchbohren und auf ein Band ziehen. Abholen werde ich alles zusammen inklusive Zertifikat zum Abschluss unseres Papeete Rundgangs, damit meine Schätze nicht unterwegs von einem Strauchdieb entwendet werden.


Nach erfolgreicher Mission kann ich mich jetzt für Papeete – Stadt öffnen und unser erster Stopp ist die Markthalle von Papeete.



Hier gibt es allerlei Schnick-Schnack für Touristen und Einheimische, aber zu Preisen, die einem den Mund offen stehen lassen. Ich habe keine Ahnung, was die lokal verdienen und hoffe für die Einheimischen, dass sie die Preise einfach nur für die Touristen verdoppeln. So ein kleiner Kühlschrank-Magnet kostet da schon mal fast 10 Euro.
Und wie es sich für eine ordentliche Markthalle gehört, gibt es natürlich auch lokale Lebensmittel.





Da es in Papeete unglaublich heiss ist, brauchen wir dringend eine Pause und wollen in einem kleinen Cafe in der Markthalle etwas trinken.



Unsere bescheidene Auswahl an einem stillen Wasser und einem einheimischen Bier schlägt mit 15 Euro zu Buche. Der wirkliche Spaß findet allerdings am Nachbartisch statt. Da haben sich 3 einheimische Erwachsene und ein Kind einen kleinen Mittagssnack bestellt. Es muss ein weiterer Tisch herangeschafft werden, um das bestellte überhaupt abstellen zu können.


Ich will gar nicht wissen, was das frugale Mahl kostet und wir haben auch keine Zeit zu verfolgen, ob das auch wirklich alles vertilgt wird.
Für uns geht es nach Kauf von Magneten, getrockneten Vanilleschoten, T-Shirt und einem tahitianischen Oberteil mit leerem Portomonnaie weiter durch die Stadt. Zugegebenermaßen gibt es hier aber nicht wirklich viel zu erkunden.
Wir gucken uns die Kirche und das Rathaus von außen an und natürlich läuft uns das lokale Federvieh auch wieder über den Weg.




Wir bummeln noch ein bisschen durch die Geschäfte zurück zu MEINEM Schmuckladen, nicht ohne Stopp über eine Apotheke, die vom Schiff quasi leergekauft wird hinsichtlich jeder Art von Erkältungsmedizin. Bemerkenswert finde ich, dass einigen Schaufenster-Puppen tatsächlich die Gesichtsfarbe gebleicht wurde.

Die Tahitianer erscheinen ansonsten so stolz auf ihren Ursprung und ihre Kultur.
Das ist auf jeden Fall insgesamt der teuerste Zwischenstopp dieser Reise – und sollte in dieser Größenordnung besser auch der einzige bleiben 🙂 !! Aber die Ausbeute gefällt mir sehr gut!!!
Unser nächstes Ziel Moorea liegt direkt gegenüber und wir können es bereits sehen, fragen uns aber, was das Schiff wohl über Nacht machen wird, denn mehr als 1 -2 Stunden sollte die Überfahrt eigentlich nicht dauern. Sollten die Hafengebühren aber in ähnlichen Höhen liegen wie alle sonstigen Kosten auf Tahiti, ist es wahrscheinlich besser und billiger, die Hafenanlage zu verlassen.
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