21. Februar : Tahiti – Tag 1
Heute haben wir an meinem nächsten Traumziel Tahiti in Papeete angelegt. Am ersten Tag gönnen wir uns eine private Tour, die uns um die ganze Insel herum führen soll.
Bereits 2 Tage vorab bekamen wir die Anfrage, ob wir die Tour lieber auf Englisch oder auf Deutsch haben wollen. Wie wir heute erfahren werden, gibt es 2 deutsche private Reiseführer auf Tahiti und wir haben doch tatsächlich einen davon erwischt.
Es handelt sich um den sehr netten Eric – seines Zeichens Franzose, der lange in Deutschland gelebt hat und vor 17 Jahren mit seiner deutschen Frau nach Tahiti ausgewandert ist.

Wir starten um 09:30 Uhr zu einer 8stündigen Tour ab Hafen. Unsere erste Station ist eine Opferstätte mit einer Art Moai-Statue. Die Riten sind denen der Osterinseln sehr ähnlich.




Die Opfergaben werden heutzutage aber hauptsächlich für die Touristen täglich dort hingelegt. Ansonsten wird die Stätte nicht mehr genutzt.
Eric erzählt uns von einer quasi Völkerwanderung aus dem asiatischen Raum, die die Ureinwohner nach French Polynesia bzw. Polynesien gebracht hat und so die sehr ähnlichen Riten und Gebräuche, aber auch bestimmte Sprachstämme über dieses Gebiet gestreut hat.
Eric’s besondere Affinität liegt aber bei den Pflanzen, von denen Tahiti wirklich eine unglaubliche Vielfalt zu bieten hat. Ich kann mir das alles nicht merken, bin aber sehr überrascht in welchen besonderen Formen z. B. Ingwer Blüten bilden kann.




Ausserdem sammelt Eric unterwegs schon mal ein bisschen fürs Abendessen ein und so einige Früchte wie Mangos, Kokosnüsse, Avocados, Karambola, Guave, Brotfrucht kenne ich zumindest schon mal.






Und auch ansonsten lassen die Pflanzen einen einfach nur staunen.






Die oben abgebildete Blüte links ist z.B. morgens gelb und bis zum Abend wird sie dann rot.
Manches ist auch eher ungenießbar bis giftig.




Die an Durian erinnernde Frucht riecht leider auch genauso unangenehm. Allerdings wird ihr Saft in einer Fabrik vorort abgefüllt und soll besonders bei der amerikanischen Bevölkerung beliebt sein. Es gibt eben für alles seine Fans ….
Unsere zweite Station ist eine kleine Grotte mit Wasserfall.




Der dort posierende Einwohner präsentiert sich stolz mit seinen Tätowierungen. Mittlerweile haben wir gelernt, dass diese Tätowierungen nicht (nur) als Schmuck dienen, sondern quasi die Visitenkarte eines Menschen abbilden. Und in der Tat sehen wir quasi kaum einen Einheimischen, der nicht tätowiert ist – egal welchen Alters oder Geschlechts.



Weiter geht’s in den botanischen Garten – wobei ja für mich die gesamte Insel wie ein botanischer Garten anmutet. Hier läuft natürlich auch wieder das einheimische Geflügel frei rum und wir sehen auch ein paar Aale im Bachlauf. Die will hier keiner essen, da es wohl alte Geschichten über gemeine Aale gibt und mit denen möchte man sich nicht anlegen und noch weniger möchte man sich diese einverleiben.







Und überall verströmt die Ylang Ylang Blüte ihren Duft, die sich auch in ganz vielen Parfums findet wie z. B. in Chanel No. 5. Herrlich gemischt mit Yasmin Duft ist das der typische Duft der Insel. Aus den Blättern der lianenartigen Bäume werden übrigens Dächer gefertigt – analog zu unseren Reetdächern. Aber auch für den Schiffbau wurden diese Blätter genutzt – z. B. für die Kontiki, die wir ja in Oslo schon live in Augenschein nehmen durften.





An einem kleinen Stand finden wir frisch gepressten gekühlten Saft, den wir sofort kosten – sehr lecker und ein paar Brotfrucht-Chips, die wir später kosten werden und auf die wir auch gut verzichten könnten.



Unsere Mittagspause verbringen wir im Restaurant, das in der Nähe des Gaugin -Museums liegt. Leider hat das Museum derzeit geschlossen. Auch wenn Herr Gaugin wohl zu Lebzeiten einer pädophiler, sehr unangenehmer Zeitgenosse gewesen sein muss, sind seine Bilder dennoch sehr eindrucksvoll und ich hätte sie mir gern am Ort ihrer Entstehung angeschaut.
Die Lage des Restaurants ist einfach ein Traum und wird wohl auch gern für Hochzeiten genutzt – ich verstehe sofort warum!




Und das Essen ist nicht weniger traumhaft. Auf Eric’s Empfehlung wähle ich das Büffet, denn es gibt viele einheimische Köstlichkeiten und die wollen probiert werden.





Meine Favoriten sind der – Entschuldigung – geilste rohe Thunfischsalat meines Lebens und gekochter Thunfisch mit Vanille-Sauce ! Unglaublich köstlich. Ausserdem gefällt mir das Etikett des tahitianischen Biers, das laut Detlef auch sehr lecker sein soll.
Wir müssen weiter und fahren nach Tahiti iti – das kleine Tahiti – und plötzlich fühle ich mich ins Allgäu versetzt, sogar die Kühe auf der Weide fehlen nicht . Oben angekommen haben wir einen tollen Ausblick auf Tahiti- nui – das große Tahiti.





Zurück auf Groß Tahiti brauchen wir jetzt nochmal einen richtig großen Wasserfall.




Der letzte Punkt auf unserer Besuchsliste ist Point Venus benannt nach einem alten astrologischen Modell, bei dem der Zusammenhang zwischen Venus und Erde eine Hauptrolle spielt. Der Vater von Robert Louis Stevenson („Die Schatzinsel“) hat auf dieser Inselecke einen Turm errichten lassen.




Ausserdem ist der Platz berühmt, weil hier Christian Fletcher und seine Mannen anlandeten und später genau dieser Originalschauplatz als Filmkulisse für die „Meuterei auf der Bounty“ herhalten musste. Allerdings handelt es sich unübersehbar um schwarzen Sand und das mochten die Hollywood-Jungs gar nicht und haben daher den schwarzen Strand mit tonnenweise hellem Sand überdecken lassen.




Jetzt heisst es aber hurtig nach „Hause“, denn wir müssen uns dringend nochmal schnell umziehen, um um 18:30 Uhr unseren privat organisierten Bus zum Luau-Dinner im Interconti zu erwischen.
Das Dinner ist eher enttäuschend: super viele Tische , völlig überforderte Bedienungen, das riesige Büffet von eher mittelmäßiger Qualität und die Luau-Show an sich recht farbenfroh – allerdings mit Musik vom Band und als Hintergrund gibt’s einen Bauzaun.
Hätte mir für 75 € pro Person ohne Getränke etwas mehr versprochen – aber es kann ja auch nicht immer alles hypergenial sein. Und wenigstens die Getränkepreise bringen uns an diesem Abend noch zum Staunen …










Gegen 22:15 Uhr bringt uns der Bus wieder zurück zum Schiff und dann muss ich dringend ins Bett – schließlich ist morgen einer der wichtigsten Tage unserer Weltreise: Ich will meine schwarze Perle in Tahiti aussuchen oder sie mich … – mal gucken, aber dafür brauche ich zwei wache Augen!
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