18. Februar : Pitcairn (Bounty Insel) : Meuterei auf Deck 13
Fünf lange Seetage segeln wir jetzt bis Tahiti – meinem nächsten Traumziel. Leider habe ich – wie viele andere Mitreisende – die zweite Runde fiebrige Erkältung eingeläutet und bin dankbar, dass ich jetzt auch ein bisschen gesund werden kann. Aber eine schöne Unterbrechung erleben wir am Vormittag des 18. Februar.
Wir ankern vor der Insel Pitcairn, einer Inselgruppe bestehend aus 4 Vulkaninseln gelegen im Südpazifik und das einzige britische Überseeterritorium im Pazifik – zu Neuseeland gehörig. Die heutigen 39 Bewohner sind fast alle Nachkommen der Meuterer der HMS Bounty
Und auch dieses Mal lerne ich, dass die Geschichte keine Fiktion ist, sondern auf wahren Tatsachen beruht!
Da Piratengeschichten nicht zu meinem bevorzugten Genre gehören, habe ich hier für alle mit ähnlichen Wissenslücken mal ausnahmsweise Chat GPT bemüht und um eine muntere 100 Worte Zusammenfassung gebeten. Das ist das Ergebnis nach 2 Sekunden „Nachdenkens“ :
Die Meuterei auf der Bounty war 1789 so etwas wie ein karibischer Piratenfilm – nur ohne Schatz und mit echten Konsequenzen. Captain William Bligh, bekannt für seinen Charme (also nicht), wollte mit seiner Crew Brotfruchtpflanzen von Tahiti nach Jamaika mit der HMS Bounty bringen. Doch nach fünf Monaten tropischem Inselparadies hatten seine Männer mehr Lust auf Strand und Kokosnüsse als auf Blighs harte Disziplin. Fletcher Christian und ein paar Kumpels schmissen ihn kurzerhand von Bord – stilecht in einem kleinen Boot. Doch Bligh war zäher als gedacht und segelte unglaubliche 6.500 km bis nach Timor. Die Meuterer versteckten sich auf Pitcairn – wo ihre Nachkommen heute noch leben!
Unglaublich – das sollte die beiden engbeschriebenen A4 Seiten, die MSC uns zur Information überlassen hat, einigermaßen korrekt wiedergeben!!
Wir erreichen die Insel zum Frühstück bei allerschönstem Sonnenschein





Hier ist es weder möglich direkt anzulegen noch zu tendern und die Inselbewohner denken sich, wenn das Schiff nicht zu uns kommt, kommen wir eben zum Schiff.
Um halb 9 Uhr legt eines der beiden Transportboote, über die die 39 Insulaner verfügen, am Schiff an und ca. ein Drittel der Inselbevölkerung „entert“ mit kleinen Kunsthandwerkschätzen die Magnifica und baut auf unserem Pooldeck 13 kleine Stände auf.


Eigentlich ist von MSC alles prima organisiert und es gibt sogar eine Stelle zum Geld wechseln, da Kreditkarten nicht akzeptiert werden.



Aber einige Mitpassagiere sollen sich wohl rücksichtslos mit Ellbogen und schubsend Zugang zu den Tischen verschafft haben, so dass es ziemlich chaotisch zugegangen sein muss und auch die Security zeitweise eingreifen musste.
Ich gehe erst später nach oben und habe auch das Gefühl, die Inselbewohner mit einem Kauf unterstützen zu wollen, denn allzu viele Quellen zum Geld verdienen, gibt es für diese ja nicht.
Es ist mittlerweile sicher etwas ausgesuchter, aber ich finde noch ein paar schöne Stücke und Detlef freut sich wie ein Schneekönig, dass er ein T-Shirt von der Pitcairn Insel erstehen kann.



Wie bei solchen Treffen üblich tauschen unser Kapitän und vermutlich der Insel-Bürgermeister noch jeweils ein Schiffsmodell (Bounty gegen Magnifica) miteinander aus.



Und gegen 11 Uhr ist der Besuch auch schon wieder vorbei.


Das kleine Transportboot dockt wieder an unserem improvisierten Ponton an und bringt alle Inselbewohner unter unserem Winken und Klatschen wieder zurück an Land.
Die Inselbewohner haben heute allerdings Großkampftag, denn quasi direkt hinter uns liegt von Phoenix die Artania und wartet auf ein ähnliches Spektakel.

Keine Ahnung, wer so was koordiniert, aber es wäre sicherlich geschickter, nicht 2 Schiffe an demselben Tag dort ankern zu lassen und dann passiert wieder wochenlang nix.
Aber vermutlich gibt es keinerlei Absprachen zwischen den Reedereien.
Ansonsten verbringen wir unsere Seetage mit Gesund werden und reichlich Verwaltung, da wir für die 3 Cook-Inseln unser Programm komplett ändern wollen, um endlich mal ans und ins Wasser zum Schnorcheln zu kommen. Das wäre ja Sünde, wenn wir die Strände in der Südsee nicht nutzen würden, zumal die Wassertemperatur hoffentlich meinen Frieda-Frostig-Anforderungen entgegenkommt.
Bei unseren täglichen Deck 7 Spaziergängen staunen wir jedes Mal über das Blau des Meeres, so eine unglaubliche Farbe! Als hätte man einen Filter darüber gelegt.


Detlef guckt auch mal bei Master Chef vorbei – eine Art Kochshow, in der die Passagiere rund um eine Hauptzutat etwas leckeres zaubern müssen. Die Jury ist mit den Kochprofis unserer Weltreise besetzt. Für Detlef so eine Art „ZDF-Küchenschlacht“ – Ersatz ! 😉



Die meisten täglichen Abendshows im Theater schenken wir uns und gehen nach unserem 20 Uhr Quiz zurück in die Kabine. Aber bei der Frank Sinatra Show sind wir dann doch dabei.

Insgesamt muss ich sagen, dass neben der Erkältung auch die nahezu tägliche Zeitumstellung um 1 Stunde ganz schön schlaucht. In Tahiti werden es dann insgesamt 11 Stunden zu Deutschland sein.
Aber was soll das Personal erst sagen, die müssen das auch ertragen und dann auch noch hart arbeiten.
Ich werde jetzt nochmal prüfen, wo in den beiden nächsten Tage der beste Schmuckladen auf Tahiti ist, um meine langersehnte schwarze Südseeperle zu erstehen.
Der Traum geht weiter!
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