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11. -14. Februar : am Dienstag suche ich Freitag

14
Feb., 2025

Nee, nee, es ist nicht so, dass mir die kommenden vier Seetage zu lang erscheinen und ich den Freitag herbeisehne, um am Samstag endlich auf den Osterinseln anzukommen – also hoffentlich – ….

Nein, wir werden heute Nachmittag tatsächlich an der Robinson-Crusoe Insel vorbei fahren.

Bis dahin erleben wir aber noch einen fröhlichen Tag auf dem Schiff. Unser vormittägliches Highlight ist heute ein Besuch bei Andrea, unserem italienischen Karikaturisten, der nach unserer morgendlichen Alison-Lektion doch glatt mal unbeschäftigt in der Lounge sitzt und auf Kundschaft wartet.

MSC bietet allen Passagieren an, sich kostenlos zeichnen zu lassen und gerade in den ersten Tagen waren die Schlangen endlos.

Wir werfen uns also ihm gegenüber ohne jegliche optische Vorbereitung in die Sitzmöbel – bei Karikaturen ist es ohnehin egal, ob das Haar gerade sitzt oder nicht.

Andrea ist super nett und wenn er hochguckt, um einen zu zeichnen, lacht er dabei immer so ansteckend sympathisch, dass man selbst auch lachen muss!

Unsere Lieblingsbedienung aus der Tiger-Bar guckt ihm dabei lachend über die Schulter und nickt uns zuversichtlich zu! Es ist schon merkwürdig, wenn dem Künstler ständig Leute über die Schulter gucken, Dich angucken und dann glucksend weiterziehen und man selbst keine Ahnung hat, was er da eigentlich zu Papier bringt.

20 min später ist er nach reichlich Smalltalk über seine Tätigkeit auf dem Schiff und seinen Lebensunterhalt jenseits von Bord fertig und präsentiert sein Werk! Wir sind begeistert und finden uns wiedererkennbar gut getroffen- was für eine schöne Erinnerung an diese besondere Zeit!

Gegen 17 Uhr kommt dann die Durchsage, dass wir kurz vor der Robinson Insel sind. Dieses Mal allerdings auf der linken und nicht auf unserer komfortablen Balkonseite. Aber bei recht sonnigem Wetter, mittelschwerem Seegang zu ziviler Uhrzeit kann man sich dann auch schon mal das Ganze vom Oberdeck aus angucken.

Im Jahr 1704 wurde der schottische Seemann Alexander Selkirk auf dieser Insel ausgesetzt und lebte hier vier Jahre und vier Monate lang in völliger Einsamkeit. Von seiner Geschichte ließ sich der englische Schriftsteller Daniel Defoe zu seinem Roman Robinson Crusoe inspirieren.

Ehrlich gesagt hatte ich keine Ahnung, dass der Roman auf einer wahren Geschichte basiert und weiß nun immer noch nicht, ob ich Freitag suchen müsste oder selbiger angesichts der „völligen Einsamkeit“ nur Fiktion war.

Auf jeden Fall bin ich beeindruckt, wie riesig die Insel San Juan Bautista tatsächlich ist, aber auch wirklich im Nirgendwo auf dem Südpazifik! Dass man Robinson bzw. Herrn Selkirk überhaupt gefunden hat – unglaublich! Und wieder ist es ein besonderes Gefühl, eine eigentlich völlig unspektakuläre Insel zu sehen, wenn man dann die Geschichte dazu kennt.

Heute findet sich bei genauem Hingucken eine Art Leuchtturm auf der Insel und auch eine kleine Ansiedlung ist zu erkennen.

Auf dem Rückweg in die Kabine fällt mir auf, dass der Seegang seit den letzten beiden Tagen wohl doch so stark ist, dass aus allen Pools das Wasser abgelassen wurde. Kam mir gar nicht so schlimm vor!

Beim Abendessen ist USA – Nacht und unsere beiden guten Geister müssen wieder mitziehen – was die schon je nach Motto für schicke Hüte tragen durften ….

Der Mittwoch ist mein großer Tag, da ich endlich einen Termin beim Friseur zum dringend notwendigen Ansatz färben bekommen habe und was soll ich sagen, das Computer – System hat einfach meinen Termin gelöscht.

Da erlebt man mich dann das erste Mal auf diesem Schiff an der SPA – Rezeption sehr energisch bis ungehalten, nachdem mir erstmal alle versichern wollen, dass sie nicht Schuld sind.

Mir ist völlig Wurst, wer oder was SCHULD ist – das GRAU MUSS WEG!!!

Dann will man mir einen Termin am 18.02. anbieten – noch eine Woche mit DEM Ansatz – im Leben nicht !!

Danach will man mich wegschicken und in der Zwischenzeit versuchen, was zu regeln . Pah – aus den Augen, aus dem Sinn!

Ich grabe mich so lange unübersehbar in der Sitzgruppe vor dem Tresen ein, bis mir dann ein Termin 2 Stunden später angeboten wird. Geht doch!!!

Der Termin an sich ist dann auch recht lustig, weil sich plötzlich 3 Berlinerinnen nebeneinander auf den 5 möglichen Sitzplätzen beim Friseur finden und alle jede Menge Farbe auf den Ansätzen brauchen. – Ist ja fast wie Zuhause!

Ansonsten verbringen wir die Seetage mit einem leckeren Kabinen-Frühstück , arbeiten die Tage in Valparaiso nach, machen Morgenspaziergänge auf Deck 7, waschen Wäsche, gucken nach ein paar Wochen wieder mal beim Tanztee vorbei. Wobei es dank Detlefs Knien tatsächlich auch beim Vorbeigucken bleibt 🙁 … schlagen beim allabendlichen Quiz O’Clock auf, starten mit dem Italienisch-Lernbuch, bewundern die Deko zur bunten 70er, 80er Jahre Party und verpennen dann aber das Event selbst. Aber glücklicherweise gibt’s von Mitreisenden ein buntes Video.

Am 14.02. werden wir von allen Seiten darauf hingewiesen, dass Valentinstag ist.

Ein amerikanischer Mitreisender hat in unserer internationalen FB-Gruppe übrigens die Gelegenheit genutzt, nach einer passenden alleinreisenden Dame zu suchen – sehr niedlich . Ich wünsche ihm auf jeden Fall viel Erfolg!

Zum Abendessen werden auch tolle Sachen aufgefahren wie z, B. überbackene Austern und Milan gibt mit seiner Serviettenkunst wieder alles.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen und die umstehenden Tische klatschen ebenfalls Beifall.

Nachdem Essen gehen wir aufs Pooldeck, wo auch für die Valentinsparty dekoriert wird, alles wunderschön aus Obst und Gemüse geschnitzt.

Ansonsten vermuten wir mittlerweile ein Beiboot, denn so viel Deko können die auf unserem Schiff doch gar nicht unterbringen.

Nun wirds aber langsam Zeit fürs Bett.

Morgen heißt es früh aufstehen, denn wir sollen uns um 07:30 Uhr im Theater einfinden, um dann nach Hanga Roa, dem Hafen der Osterinseln zu tendern. Es wäre soooo schön, wenn das wirklich klappt! Ein Traum würde wahr – auch wenn man gar nicht glaubt, dass es auf dieser wunderschönen Reise wirklich noch Steigerungspotential geben kann.

Silvia

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