03. Februar : Ushuaia und das Ende der Welt in Feuerland
Heute startet der geplante Tag in Ushuaia – unser zweiter am offiziellen Ende der Welt.
Wir haben über Get Your Guide eine ganztägige Tour gebucht, die uns in und durch den Nationalpark Feuerland führen wird.

Unser Guide ist Nicolas, der nach 3 Jahren Tourismus-Studium an der Uni in Ushuaia mittlerweile seit 20 Jahren Touristen durch den Nationalpark führt, zwischendurch aber auch schon 12 Touren in die Antarktis begleitet hat. Die für die Antarktis – Expeditionen genutzten Schiffe legen übrigens auch an unserem Pier ab.

Nicolas entpuppt sich als Goldschatz, sowohl was sein Wissen, aber auch was seine Fürsorge angeht.
Auf dem Weg in den Nationalpark kommen wir an der Eisenbahn-Station des Zuges zum Ende der Welt vorbei. Die Zugstrecke wurde ursprünglich auch von den Sträflingen gebaut, um die Bäume, die im heutigen Nationalpark für die Weiterverarbeitung geschlagen wurden, effizienter abzutransportieren.




Heute wird eine Rest-Strecke, auf der eine Dampflok mit 6 km/h fährt , nur noch für Touristen betrieben. Wir schenken uns in Absprache mit Nicolas die Zugfahrt, weil wir in derselben Zeit bereits andere Orte im Nationalpark besichtigen können.
Aber natürlich wollen wir den Zug dennoch in Aktion sehen und Nicolas findet für uns die besten Plätze, damit wir zwei Eisenbahn-Fans schöne Fotos / Videos machen können.
Als nächste Station fahren wir zum ehemals südlichsten Postamt der Welt.
Da das argentinische Gesetz erlaubt, jenseits der Grenze des Nationalparks etwas zu bauen, hat der Argentinier Carlos in bereits recht hohem Alter ein Postamt am Ende südlichsten Zipfel der Welt eröffnet und Poststempel mit diesem Slogan verkauft. Zunächst hatte er seine Idee auf der Nachbarinsel gestartet, da aber doch nicht so viele Touristen mit dem Boot übersetzen wollten, hatte er am Rand des Nationalparks einen Steg ins Wasser gebaut und so sein Geschäft direkt zu den Touristen gebracht und damit ordentlich angekurbelt.
Leider hat die Behörde Ende letzten Jahres festgestellt, dass die Steg-Konstruktion rostet und daher nicht mehr als sicher erachtet wird. Bedauerlicherweise fehlt Carlos das Geld zur Sanierung und seine Kinder wollen auch nicht übernehmen, so dass seit diesem Jahr das südlichste Postamt der Welt geschlossen bleiben muss.



Aber die Aussicht ist dennoch unglaublich schön und zu unserer ganz besonderen Freude sehen wir überraschenderweise sogar einen Mink-Wal direkt am Küstenufer und können diesen sogar ein ganz klein bisschen mit der Kamera einfangen:


Die nächste Station ist Lago Roca – ein wunderschöner Süßwasser-See. Hier gehen wir nach einem kurzen Spaziergang durch den Wald ein bisschen abseits und Nicolas zaubert aus seinem Rucksack eine köstliche Teepause – inklusive Tischdeckchen, verschiedener Teesorten und köstlichem Gebäck : Schokokekse und eine Art Canoli gefüllt mit Dulce de Leche Creme.





Spaziergänger, die an uns vorbeilaufen, gucken ganz schön neidisch !
Weiterer Stopp im Nationalpark ist die Grüne Lagune. Der Karakara scheint Spaziergänger gewöhnt zu sein und bewegt sich nicht vom Autodach.




Im Anschluss fahren wir an das Ende oder den Anfang der Pan-Americana No. 3! Auch ein Gänsehaut-Moment. Wieviele motorisierte Mitmenschen träumen davon, einmal an diesen Ort zu kommen…. Und wir stehen jetzt hier.



Aber auch die Natur ist hier wieder sehr eindrucksvoll :




Angefüllt mit jeder Menge Eindrücke und Informationen fährt Nicolas uns wieder zurück nach Ushuaia.
Jetzt weiss ich also endlich, wo Feuerland liegt. Wie oft habe ich diesen Ausdruck in Gedichten oder Liedern gehört und keine Ahnung gehabt, worum es da eigentlich geht.
Übrigens wurde der Begriff Feuerland dadurch geprägt, als die ersten Entdecker den aufsteigenden Rauch der Siedlungen der native people gesehen hatten und später nach ihrer Rückkehr dem spanischen König davon berichteten. Dieser sprach fortan von dieser Gegend als „Tierra del Fuego“
Ein wunderschöner Tag geht zuende und wir verlassen Argentinien in Richtung Chile mit den grandiosen Eindrücken!
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