21. Januar : Rio de Janeiro oder ein besonderer Geburtstag
Auf einer Weltreise Geburtstag zu haben, ist sicherlich etwas Besonderes, aber gerade dann auch noch bei einem Overnight-Stopp in Rio de Janeiro zu liegen, kaum noch zu toppen! Happy Birthday, liebes Geburtstagskind!
Dieser Geburtstag wird zumindest, was die Dauer angeht, in voller Länge ausgekostet. Das erste Anstoßen gibt es bereits am 20.01. kurz nach 20 Uhr bei der brasilianischen Nacht auf dem Pooldeck. In Deutschland wäre es jetzt schon kurz nach Mitternacht. Die Geschenke müssen aber noch bis zum nächsten Morgen warten.



Die ursprüngliche Ankunft in Rio ist für 10 Uhr geplant, allerdings erfolgt um 9 Uhr eine Durchsage, dass wir uns aufgrund eines medizinischen Notfalls, wo jemand kurz vor 4 Uhr morgens von Bord gebracht werden musste, um eine Stunde verspäten werden. Ich hatte das sogar nachts gehört und mich gewundert, warum die Mannschaft um diese Uhrzeit einen derartigen Lärm macht.
Also flugs Kontakt zu unserem privaten Guide aufnehmen und unseren Ausflug nach hinten schieben. Zum Glück klappt das ganz problemlos.
Die Einfahrt nach Rio ist atemberaubend. Wir sehen und fotografieren die Christus-Statue und den Zuckerhut und können gar nicht wirklich glauben, dass wir tatsächlich vorort sind.



Es ist brütend heiss in Rio! 37°C ! Am nächsten Tag werden wir hören, dass in den Nachrichten angesagt wurde, dass die gefühlte Temperatur 41,8 °C sein soll. Wir gehen zum Glück völlig komplikationsfrei von Bord . Bisher wurden wir noch in keinem Hafen von Zoll- oder Einreiseprozeduren aufgehalten. Das genießen wir sehr! Hoffentlich bleibt es noch lange so. Aber spätestens in Neuseeland und Australien wird es sicher anders laufen.
Doch zurück zu Rio!
Wir suchen im Gewusel von lokalen Guide-Anbietern vor dem Ausgang des Hafengebäudes nach Angelica, die uns überraschenderweise auf deutsch an diesem Tag Rio de Janeiro zeigen möchte. Dieses Mal werden wir auch wieder einen separaten Fahrer und einen Guide haben. Das ist bei dem Straßenverkehr in Rio auch gar nicht anders möglich. Da wird die volle Konzentration auf den Verkehr benötigt. Die Straßen sind total verstopft und wir werden sehr lange von einer Lokation zur nächsten brauchen, können uns dann aber immer zwischendurch mal ein bisschen abkühlen im klimatisierten Auto.
Wir finden Angelica, die sich gerade einem anderen Guide auf deutsch vorstellt . Lustigerweise wird uns genau dieser am nächsten Tag Rio bei einer inkludierten MSC – Tour zeigen. Wir haben ihn also schon mal fotografisch eingefangen.


Unser erstes Ziel heisst Zuckerhut. Wir haben uns im Vorfeld „Skip the Line“ Tickets besorgt, damit wir die oftmals langen Warteschlangen hoffentlich umgehen können. Die Tickets zusammen mit Angelica ersparen uns mindestens eine Stunde Wartezeit bei den Gondelfahrten! Ausserdem gibt es ein bisschen VIP – Service : wir dürfen auf die nächste Gondel in einem klimatisierten Raum warten und kriegen sogar noch ein eisgekühltes Wasser dazu. Beides im höchsten Maße willkommen.
Dann hebt die Gondel ab und meine Höhenangst schlägt voll zu – das fühlt sich ganz furchtbar an, so in der Luft schwebend. Es kann sich maximal um 5 Minuten Fahrzeit handeln, bis wir an der Mittelstation anlanden, aber mir ist sofort klar, den zweiten Teil hoch auf den Zuckerhut werde ich mir nicht geben.



Ich verbleibe also auf der Mittelstation, mit ebenfalls ganz passabler Aussicht und einem wunderschönen botanischen Garten, während Detlef mit Angelica weiterzieht. Ein bisschen traurig bin ich schon, aber ich habe es wenigstens versucht. Und ausserdem : Meine tolle Aussicht auf Rio wird heute auch noch kommen!





Dann fahren wir weiter die Strände der Copacabana, von Ipanema und Leblon entlang. Es ist reichlich Betrieb, denn noch sind Schulferien. Trotz der Hitze treiben viele Brasilianer in gleißender Mittagssonne Sport am Strand, spielen Volleyball oder joggen.


Es wird Zeit für den Corcovado und die Christus – Statue – auch hier kommen „Skip the Line“ Tickets zum Einsatz und Angelica, die zunächst nicht so wirklich „my cup of tea“ ist, sich aber an den jeweiligen Lokationen sehr fürsorglich um uns kümmert und vor allem ganz charmant dafür sorgt, dass wir nicht so lange anstehen müssen. Das spart uns auch am gut besuchten Zug zum Corcovado nach oben – und später auch runter – mindestens eine Stunde.
Da zur Christus-Statue ein Zug durch eine Art Nationalpark hinauffährt, bin auch ich dieses Mal dabei.



Dieser Zug hatte zunächst die Aufgabe, alle Materialien, die für den Bau der Christus Statue benötigt wurden, nach oben zu transportieren. Der Baumeister selbst wohnte in der Bauzeit größtenteils im Sockel der Figur – heute ist dort eine kleine Kapelle eingerichtet – eher unspektakulär, es finden dort häufiger noch Trauungen und Taufen statt.
Die Statue an sich und auch der Ausblick sind unglaublich. Zunächst war die Statue nur als ein Stahlgerüst geplant, das wäre bei der Witterung und Salzluft aber sicher nicht langlebig gewesen, deshalb sollte das Gerüst „verkleidet“ werden und man entschied sich für kleine Speckstein-Mosaiken, die von reichen und gläubigen Familien stückweise in Handarbeit gefertigt wurden. Wenn man ganz genau hinguckt, kann man die Mosaikteile auch erkennen.




Es ist super voll hier oben, aber wir können ein paar schöne Fotos machen und den Ausblick genießen. Unter anderem sehen wir die Kathedrale von Rio in der Kegelform, das Maracana – Stadion : das 7:1 ist immer noch ein wunder Punkt in der brasilianischen Fußball-Seele und haben nochmal einen tollen Blick auf den Zuckerhut.



Hier ein kleines Wimmelbild – wer findet meinen Kabinengenossen ?? 🙂

Dann fahren wir weiter nach Lapa und Santa Teresa , einem Künsterviertel, wo sich die Selaron Treppe findet.
Herr Selaron, das da unten isser, wollte 1990 der Stadt Rio etwas zurückgeben und hatte begonnen, zunächst nur ein paar Stufen der Treppe, die von Lapa nach Santa Teresa hinaufführt mit bunten Kacheln zu verschönern.

Das gefiel Einheimischen und Touristen gleichermaßen gut und sie wollten ihn finanziell bei diesem Projekt unterstützen. Er lehnte aber jede finanzielle Unterstützung ab und bat darum, ihm stattdessen aus aller Welt Kacheln zu senden. Diesem Wunsch kamen dann auch Tausende nach – die Deutschen sollen auch sehr fleißig gewesen sein – und so konnten alle 251 Stufen und die Seitenwände, die aus Badewannen bestehen, mit den Kacheln verziert werden.



In Lapa gibt es ausserdem jede Menge bunte Häuser und eindrucksvolle Graffitis, aber der Wohlfühlfaktor leidet durch viele Drogensüchtige und Obdachlose, die hier ebenfalls ihr Quartier aufschlagen und um Geld betteln. Allerdings ist die Polizeipräsenz in Rio an allen touristischen Hotspots extrem hoch, so dass, wenn man die übliche Großstadt-Vorsicht walten lässt, man eigentlich ganz gut überall rumlaufen kann.





Dann wird es langsam wieder Zeit fürs Schiff. Dringend unter die Dusche und hastig ein Stück Pizza vom Büffet und dann startet ja auch schon wieder unser privat gebuchter Abendausflug mit einem Teil unserer deutschen FB-Gruppe.
Und ach ja, da war ja noch was – das ist in der Hektik des Tages fast ein bisschen untergegangen :


Beides findet das Geburtstagskind vor, als wir kurz in unsere Kabine kommen. Eine schöne Überraschung aber leider ist dafür jetzt immer noch keine Zeit. Wir versuchen, die Cremetorte irgendwie in kleinen Teilen im Minibar-Kühlschrank unterzubringen. Glücklicherweise hatten wir uns in Malaga bei unserem Großeinkauf auch eine Rolle Alufolie gegönnt.
Und dann wartet auch schon der Minibus vor dem Hafen-Terminal auf seine 15 deutschsprachigen Gäste. die sich an der Copacabana noch einen Caipirinha oder ein anderes Kaltgetränk gönnen und ein bisschen die Abendstimmung aufsaugen wollen.





Die Gruppe ist auch live ganz unterhaltsam und nicht nur im Facebook Faden. Ich stoße mit Detlef nochmal leise auf seinen Geburtstag an – bloß keine schlafenden Hunden wecken, sondern muss er noch ne Gruppenrunde schmeißen und kurz nach Mitternacht sind wir nach insgesamt 12 Stunden Ausflug an diesem Tag völlig fertig wieder in unserer Kabine.

Länger kann man seinen Geburtstag wirklich nicht auskosten!
Happy Birthday, auch von uns!
Nachträglich natürlich auch von mir alles Gute zum Geburtstag lieber Detlef 🙂
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